Lernen 2020

Mithilfe der richtigen Methoden und den Werkzeugen des digitalen Kosmos, lassen sich Ziele erreichen, die den klassischen Lehrmethoden bisher verborgen blieben. Auf Entdeckungsreise gehen, das Wissen der Welt abrufen und nutzbar machen, Lernangebote interessant gestalten und Bildung wieder attraktiv machen: die digitale Transformation und „Educational technology“ (EdTech) machen es möglich.

Was ist Digitales Lernen?

Digitales Lernen meint die Bereitstellung und Nutzung digital verfügbarer Lernmaterialien. Dazu zählen neben klassischen Büchern, alle im Unterricht oder einer Schulung verwendeten Materialien zur Wissensvermittlung: Arbeits- und Informationsblätter, Flyer, Hefte etc. Das spart Papier ein und schützt die Umwelt. Durch das Internet haben Lehrkräfte und Lernende auch jederzeit und ortsunabhängig Zugriff auf alle bereitgestellten und im Vorfeld geprüften Daten.

Zum Selbsttest oder als Zertifizierung des Wissenstandes, werden Aufgaben, Tests und Klausuren ebenfalls digital absolviert und können so im Bruchteil einer Sekunde ausgewertet werden. Ob Multiple-Choice, Freitext oder Formeln: alles was handschriftlich erfasst werden kann, lässt sich digitalisieren. Das unmittelbare Feedback ermöglicht dem Lernenden, ohne Zeitverlust von Tagen oder schlimmstenfalls Wochen, Schwächen umgehend zu erkennen und gezielt zu begegnen. Der bürokratische Aufwand wird erheblich reduziert und die Lehrkraft hat viel mehr Zeit, sich den Schülern zu widmen.

Die technisch notwendige Ausstattung findet sich in nahezu jedem Haushalt wieder: Laptops, Standrechner, Tablets, Smartphones oder jedes weitere geeignete System.

Digitales Lernen umsetzen

Wie, neben der Umsetzung, digitales Lernen dynamisch und effektiv genutzt werden kann und welche Mittel für seine Implementierung notwendig sind, ist Kernpunkt des Konzepts Doctrina 2020.

Technologische Ausstattung

Die Welt ist vernetzt. Alleine in Deutschland besitzt 60% 2 der Bevölkerung ein Smartphone (95% ein mobiles Endgerät). Mit 84% stationärer und 49% mobiler Internetanbindung ist auch nahezu jeder Haushalt mit dem Internet verbunden. Immer mehr Bildungseinrichtungen rüsten auf und weisen eine brauchbare Ausstattung nach. Es mangelt lediglich an der Frequenz ihres Einsatzes. Die Infrastruktur ist bereits vorhanden und muss lediglich an die gestiegenen Anforderungen angepasst werden. Die künftige Aufgabe der Gesellschaft und der Wirtschaft wird die Erhöhung der Übertragungsgeschwindigkeit bleiben.

Um dem Lernenden dabei den bestmöglichen und standortunabhängigen Zugang zu Wissen und Bildung zu ermöglichen, ist die Ausstattung jedes Doctrina 2020 Anwenders mit einem tragbaren Endgerät (Tablet, Laptop, Hybrid etc.) notwendig.

Nahezu jeder Computerhersteller bietet Rabatte für den Bildungsbereich an. Am Beispiel Microsoft, kann mit 10% Rabatt auf Geräte bzw. Hardware und vollständig kostenlosen Kollaborations- und Kommunikationsanwendungen gerechnet werden.

Einfache exemplarische Rechnung für den schulischen Bereich: bei einer Investition von ca. 700 EUR je Schüler und einer Gesamtschülerzahl in Deutschland von 8.300.000, ergibt sich eine einmalige Investition von 5,8 Mrd. EUR, exklusive Internetverbindungs- und Wartungskosten.

Bildungsmaterial digitalisieren

Ohne Inhalte lässt sich natürlich nicht bilden. Ziel muss also sein, alle notwendigen Lehr- und Lernmaterialien zu digitalisieren und über eine zentrale Plattform zur Verfügung zu stellen. Angefangen bei Lehrbüchern, über multimediale Schulungen, bis hin zu Übungsheften und Notizen.

Dabei muss das aufbereitete Material nicht zwingend von einer Lehrkraft verfasst sein. Eltern, Dozenten, Unternehmer, Schüler uvm. können Inhalte erstellen und veröffentlichen. Dieses Prinzip ist nicht neu und wird bereits seit Jahren auf frei verfügbaren Webseiten oder auf Videoportalen umgesetzt, z.B. durch MOOCs (Massive Open Online Courses). Die Macht des Crowdsourcing, das Wissen der Vielen, spielt hier eine entscheidende Rolle. Der erworbene Wissensschatz wäre zentral innerhalb der Plattform für jedermann frei zugänglich. Ein vielfältiges Angebot mit verschiedenen Lehrstilen entsteht. Die Entlastung der Lehrkraft, die Inhalte nicht mehr selbst verfassen muss, sondern sich aus der Plattform zusammenstellen kann, ist enorm. Sie kann sich dann dem widmen, was ihre ureigene Neigung sein müsste: junge Menschen für das Leben vorzubereiten.

Für die Tauglichkeit und Zuverlässigkeit von Fach- und Lehrinhalten im schulischen und akademischen Bereich sorgt ein zentrales Prüfgremium, das dem jeweiligen Bundesland unterstellt ist. In außerschulischen- und hochschulischen Bereichen kann diese Aufgabe von Handels- und Handwerkskammern und/oder den Unternehmen selbst wahrgenommen werden.

Themen, die mehrfach von verschiedenen Autoren bearbeitet werden, können hin- sichtlich ihres Schwierigkeitsgrades bewertet und für unterschiedliche Altersstufen klassifiziert werden. Auf diese Weise wird dasselbe Thema zielgruppengerecht z.B. sowohl für die Sekundarstufe I, als auch für eine Vorlesung oder den Geschäftsbereich aufgearbeitet. Eine Art „FSK“ für die Komplexität des Inhalts.

Wissen kontinuierlich digital zertifizieren

Neben den statischen Lernmaterialien müssen zudem interaktive Umgebungen geschaffen werden. Auch wenn Dokumente, Videos und Sprachaufnahmen hervorragende Wissensvermittler darstellen, kann das erworbene Wissen durch sie nicht bestätigt und Defizite erkannt werden.

Tests, Prüfungen, Klausuren müssen daher ebenfalls digitalisiert und digital abgeschlossen werden können. Wie im Kapitel Was ist Digitales Lernen? bereits beschrieben, erfolgt nicht nur die Rückmeldung augenblicklich nach Beenden der Prüfung. Sie gibt dem Prüfling auch Aufschluss und vor allem Gelegenheit die Mängel umgehend zu beseitigen. In Verbindung mit den Maßnahmen aus Bildungsmaterial digitalisieren wird dem Kandidaten direkt weiteres, aber alternatives, Lernmaterial angeboten.

Außerhalb von festen Prüfungsterminen soll der Lernende jederzeit die Option erhalten, seinen Kenntnisstand selbst zu prüfen. SOEE ist in der Lage solche Selbsttests dynamisch zu erzeugen und in verschiedenen Formen anzubieten (s. „Computerized adaptive testing“). Ob Multiple-Choice-Abfragen oder spielerisch aufgewertet: beim Erreichen eines Bildungslevels (s. Kapitel Bildungsindex & berufliche Orientierung) und Bestehen der SOEE-Prüfung, wird der Wissensstand bestätigt und kann als Bescheinigung für Bewerbungs- oder Zulassungszwecke genutzt werden.

Persönlicher Bildungsindex und berufliche Orientierung

Ein Basisbildungsstand bzw. das allgemeine Grundwissen bleiben weiterhin verpflichtend für jeden Schüler, um ein gemeinsames Fundament beizubehalten. Darüber hinaus ist die berufliche Orientierung in Kombination mit dem zu erlernenden Wissen, der zweite relevante Schritt in der Langzeitausrichtung. Das eigentliche Ziel einer umfassenden Bildungslogik, kann letztendlich das Erkennen, Motivieren und Fördern von Talenten und Neigungen sein.

Nach erfolgreichem Absolvieren des Grundlagenwissens erhält der Lernende eine Orientierung, statt einer Benotung. SOEE hat bis zur Orientierungsphase den Wissensstand bereits analysiert, Defizite und Stärken erkannt und kann dem Kandidaten vorausschauend ideale Vorschläge für die weitere Entwicklung unterbreiten. Diese Entwicklung mündet immer in einer für die Wirtschaft oder Forschung geeigneten Ausbildung, sei sie akademisch, schulisch oder gewerblich. Zur Inspiration wird, an den Neigungen des Anwenders gemessen, nicht nur ein Vorschlag präsentiert, sondern eine breite Palette an Optionen angeboten und nach Relevanz sortiert. Der Teilnehmer kann jeden Bereich erkunden, sich informieren und, in Verbindung mit den Maßnahmen aus dem Kapitel Bildungsmaterial digitalisieren, tiefe Einblicke durch Interviews und Vorstellungen in den spezifischen Beruf erlangen.

Zusätzlich kann der Teilnehmer seinen eigenen Wunsch äußern und sein persönliches Ziel stecken. Der Vorschlag „M.Sc. Informatik“, von SOEE stammend, kann also auf eigenes Verlangen hin durch „B.Sc. Informatik“ ersetzt werden (s. Grafik).

Der Persönliche Bildungsindex beinhaltet nicht nur das Ziel, sondern auch die dafür erforderlichen Steps. Sie definieren die Abschnitte (zum Vergleich: Kurse, aus dem universitären Umfeld) die zur Zielerreichung notwendig sind. Das dafür erforderliche Wissen wird selbstverständlich automatisch bereitgestellt. Daraus resultiert ein auf den Lernenden dynamisch zugeschnittener Lehrplan, mit maximaler Transparenz, direkten Zielen und (zeitlicher) Fortschrittskontrolle. Wie beim „Mastery-Learning“ auch, agieren die Lernenden selbstständig, erhalten jedoch einen Orientierungsrahmen.

Selbst Praktika, Praxissemester oder betriebliche Ausbildungen lassen sich über den Persönlichen Bildungsindex festhalten; die erforderliche Bescheinigung erhält der Kandidat durch seinen Dozenten, Betreuer bzw. Vorgesetzten in SOEE direkt.

Erworbenes Wissen geht nicht verloren. Sollte es also mal nicht rund laufen, besteht die Möglichkeit nach einer alternativen Orientierung. Da sich ähnelnde Berufe einige Bildungsthemen teilen, wäre eine Ausrichtung hin zu einer anderen Ausbildung denkbar, ohne mit ihr vollständig neu beginnen zu müssen.

Mit der kontinuierlichen Fortschrittskontrolle und der damit einhergehenden persönlichen Anerkennung, wird der Teilnehmer dazu motiviert sich höhere Ziele zu stecken. Die Auswirkung seiner Motivation erkennt er umgehend im Persönlichen Bildungsindex (s. Kapitel Persönlicher Bildungsindex und berufliche Orientierung), der sich durch gesichtetes Lernmaterial, abgelegte Prüfungen oder sonstige Bildungsnachweise immer wieder dynamisch neu ausrichtet.

Zwei weitere große Vorteile des Persönlichen Bildungsindexes sind: das selbstbestimmte und eigenständige Lernen, sowie das persönliche Lerntempo. Einerseits können Lernende, die dem Unterricht bisher nicht folgen konnten, jederzeit Lernstoff aufbereiten, bzw. das Lernziel auf diversen Wegen erreichen, andererseits sind Schüler, die dem Lehrplan voraus sind und sich u.U. langweilen, nicht eingeschränkt in ihrem Lernwillen.

Grenzenlose Kollaboration

Lernen fällt leichter, wenn man es gemeinsam in die Hand nimmt. Kollaboratives Lernen durch standortübergreifende Kommunikation und SOEE als zentrales Fundament für den Transfer, macht es erst möglich. Denn nicht nur der Wissenserwerb ist maßgeblich für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn, sondern vor allem die dort erlernte Sozialkompetenz. Dabei wird eine Vielzahl von Optionen für einen sozialen Wissenserwerb geboten, die auch sprachenunabhängig genutzt werden können.

Gemeinsam…

  • …Projekte gestalten.
    Von einer einfachen Schülerzeitung bis zum komplexen wissenschaftlichen Projekt.
  • …Spiele veranstalten.
    Spielerisch neue Themengebiete entdecken, die didaktisch und optisch hochwertig aufbereitet sind. Quizze erstellen, die Wissen steigern und sich auch in familiärer Runde spielen lassen. Das bekannte „Planspiel Börse“ der Sparkasse neu gedacht.
  • …präsentieren.
    Zusammen mit anderen Teilnehmern eine Präsentation erarbeiten und ortsunabhängig vorstellen. Zusätzlich kann diese aufgezeichnet und als Lernmaterial veröffentlicht werden (s. Kapitel Bildungsmaterial digitalisieren)
  • …Lerngruppen bilden.
    Schüler, Auszubildende, Studenten uvm. einladen ein Thema in Gemeinschaft zu erarbeiten, sich gegenseitig zu unterstützen und von den Erkenntnissen und dem Wissen der anderen Mitglieder profitieren zu können.
  • …und zeitlich uneingeschränkt Wissen erwerben.
    Mit Familienmitgliedern oder Freunden interessantes Wissen aneignen, sich inspirieren lassen.

Digitale Organisation

Eine zeitaufwendige Hürde für jede Art von Einrichtung stellt die Bürokratie dar. In Schulen werden bei Ausfall einer Lehrkraft Vertretungslehrer gesucht. Stundenpläne müssen aktuell gehalten, Räume verwaltet, Punkte und Noten für Klausuren und Zeugnisse zusammengerechnet werden. In den meisten Fällen also repetitive oder digital abbildbare Aufgaben.

Auch die Durchführung von Klassenfahrten ist Teil des Potentials von SOEE. So werden bspw. Routen geplant, Eintrittskarten gekauft oder Abläufe strukturiert. Um die Transparenz zu erhöhen können alle oder selektive Informationen mit Schülern und Eltern geteilt werden.

Lebenslanges Lernen

Bildung ist kein Monopol. Das Wissen der Welt sollte jedem Menschen zur Verfügung stehen. Deshalb ist Doctrina 2020 keine zeitlich beschränkte Methode zur Wissensgenerierung, sondern ein lebenslanger Begleiter. Nicht nur Schüler und Studenten oder Lehrer und Dozenten können partizipieren; jede Person mit einem internetfähigen Endgerät ist in der Lage ihr Wissen zertifiziert und strukturiert zu erweitern.

An Fortbildungen aller Art kann teilgenommen, jedes Studium begonnen werden. Im Gegensatz zum Status quo, müssen keine Lernmaterialien aus unterschiedlichsten Quellen beschafft und nach erster Sichtung bewertet werden. Jeder zum Erwerb des Wissensstandes notwendige Bedarf wird zentral gedeckt. Weder Alter noch Wohnort spielen eine Rolle, lediglich die eigene Motivation.

Ganz gleich ob eine betriebliche Weiterbildung für den Beruf notwendig wird, ein Student seinem Studium nachgeht oder ein Senior einen Gesundheitskurs absolvieren möchte: SOEE ist die erste Wahl, wenn Bildung zum Tragen kommt.

Erfolgreiche Fallbeispiele

Die Idee, sich der Digitalität für Bildungskonzepte zu bedienen, ist längst erfolgreich erprobt. Drei der zahllosen erfolgreichen Beispiele sollen dies verdeutlichen:

  • Die Tacoma Public School (USA) konnte die Schulabschlussrate von 55% auf 82,6% steigern, indem sie Werkzeuge der Business Intelligence verwenden. Neben der Analyse des IST-Zustandes, konnten die Lehrkräfte Prognosen für Schüler ausgeben, die Gefahr liefen, ihren Abschluss nicht zu schaffen.
  • Nach anfänglichen Startschwierigkeiten konnten sich MOOCs (Massive Open Online Courses) zu einem festen Bestandteil des Studentenlebens etablieren. Alleine die Top 5 MOOCs-Anbieter verzeichneten im Jahr 2016 bereits 53 Millionen Nutzer.
  • Das Interesse der Wirtschaft an Educational technology (EdTech) ist groß. Alleine im Silicon Valley wurden in den vergangenen Jahren mehr als 2 Mrd. USD in die Anwendungsentwicklung investiert.